Unter schwedischer Herrschaft wurde 1662 die alte Bürgerbleiche für die Anlage von Bastionen weitgehend enteignet; aus dem Rest entstand 1692-94 das Bleicher-Ravelin, später auch Bleicher-Insel genannt.
Der Naturwissenschaftler, Philosoph und Schriftsteller Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799) führte auf königlich-englischen Befehl im Jahre 1773 eine exakte geographisch-astronomische Ortsbestimmung Stades durch.
Während seines halbjährigen Aufenthalts arbeitete Lichtenberg hier, auf einen erhöhten Platz des Bleicher-Ravelins, der Stader „Insel“, in seinem Feldobservatorium.
Bereits im 19. Jahrhundert wurde die „Insel“ Ausflugsziel, es entstand eine erste Inselwirtschaft. Nach der Aufgabe der Festung erwarb die Stadt 1909 auch die „Insel“, die dem Geschichts- und Heimatverein in Erbpacht überlassen wurde.
Der Ausbau der „Insel“ zu einem Freilichtmuseum bäuerlicher Kultur war das zentrale Ziel der Heimatbewegung jener Zeit, die die Rückbesinnung auf heimatliche Kultur forderte und förderte. 1912 wurde ein Geestbauernhaus aus Varel bei Scheessel, das als Gasthaus eingerichtet wurde, 1913 ein Altländer Haus aus Huttfleth erworben und aufgebaut. Zur Einweihung wurde 1914 eben vor Kriegsbeginn das erste Stader Heimatfest gefeiert.